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  • Nicole

Stillzeit

Aktualisiert: Feb 20

Fast gleichzeitig mit dem positiven Schwangerschaftstest, sollte auch die Krippen-, Impf- und Stillfrage für Aussenstehende geklärt sein. Übers Stillen gibt es viele Geschichten zu erzählen, leider sieht man im Alltag aber fast keine Mutter öffentlich stillen. Deshalb gibt es wohl nur zu erzählen. Zunächst das Wichtigste: Stillen ist nichts Selbstverständliches, weder für das Neugeborene noch für die Mutter respektiv ihre Brüste. Stillen braucht Geduld und Vertrauen, Beide müssen es lernen.


Frau kann gute Bedingungen schaffen für einen optimalen Stillstart. Zum Beispiel beim Aussuchen des Geburtsortes. Ist er von der Unicef als Stillfreundlich anerkannt, hab ich genug Rückzugsmöglichkeiten mit meinem Kind, ist ein Stillberaterin regelmässig anwesend, wird mir geholfen mein Kind bald möglichst nach der Geburt anzulegen. Das sind wichtige Fragen, die beim Kennenlernen des Geburtsortes gestellt werden sollten. Es gibt von der La Leche League auch regelmässige Treffen, welche man bereits in der Schwangerschaft besuchen kann.


Durch die Hormone in der Schwangerschaft verändern sich die Brüste, sie werden grösser, wärmer und empfindlicher. Oft ein erstes Erkennungszeichen für eine Schwangerschaft! Gegen Ende beginnen die Brüste sogenanntes Kolostrum, Vormilch, zu produzieren. Es hat eine ganz intensive gelbe Farbe und man sieht es oft als kleiner Punkt im BH. Die Brustwarzen vorzubereiten davon rate ich ab, eine Brustwarzenstimulation kann Wehen produzieren und bei zu grober Vorbereitung wie beispielsweise mit einer Zahnbürste darüber zu reiben, können sogar Verletzungen geschehen. Bei Flach- oder Hohlwarzen können Brustwarzenformer (zbsp von Medela) ab der 36 Schwangerschaftswoche benutzt werden.


Unmittelbar nach der Geburt wenn das Baby nackt auf dem Oberkörper der Mutter liegt beginnt es nach der Burst zu suchen. Die Brust sondert den gleichen Duftstoff aus wie das Fruchtwasser hatte, das Baby weiss also wo nach es suchen muss und findet es auch oft von ganz alleine wenn man ihm genügend Zeit lässt. In Seitenlage ist es ganz angenehm zu stillen, der Beckenboden wird geschont und beide können Bauch an Bauch kuscheln. In den ersten Tagen erhalten sie viel Unterstützung beim richtigen Anlegen. Beginnen Sie die Stillmahlzeit unbedingt nochmals von vorne, sollte das Stillen schmerzen. Schmerzen beim Stillen sind nicht normal! Entweder hat das Baby zu wenig Brust im Mund, oder eine falsche Position, oder es saugt nicht korrekt. Wenn Sie die Saugbewegung bis zu den Ohren sehen, dann ist sie korrekt. Auf Stillkinder.de wird das asymmetrische Anlegen beschrieben, ich bin begeistert von dieser Anlegetechnik da das Neugeborene so viel mehr Brust in den Mund bekommt, wie die "normale" Anlegetechnik.


Das die Brustwarzen oft wund werden am Anfang hängt oft mit der falschen Anlegetechnik zusammen, deshalb ist es so wichtig sich Hilfe zu holen bis beide Profis sind. Gegen wunde Brustwarzen gibt es ganz viele Mittelchen, ich mache sehr gute Erfahrungen mit Silberhütchen und kann diese nur empfehlen.


Die initiale Brustdrüsenschwellung, auch Milcheinschuss genannt, kommt oft zwischen dem 3.-5. Wochenbetttag. Einige Frauen erleben ihn sehr sanft, andere haben das Gefühl sie erkennen ihre Brust nicht wieder. Wichtig zu wissen, die Brust ist nicht voller Milch, nur das Gewebe ist geschwollen von der Milchumstellung. Es ist also kontraproduktiv in dieser Zeit die Milch noch abzupumpen weil man so die Produktion noch mehr anregt. Lieber nach jeder Stillmahlzeit 20min kühlen. Meistens ist es 24h später schon viel besser mit der Schwellung.


In der gesamten Stillzeit haben Sie 3 Stillberatungen zu gute unabhängig wie alt das Kind ist. Wenn als Herausforderungen auftauchen, zögern Sie nicht eine Stillberatung aufzusuchen. Die meisten Hebammen bieten ebenfalls Stillberatungen an.


Als stillende Mutter ist der Tag oft fremdbestimmt, alles richtet sich nach den Mahlzeiten des Kindes. Stillen ist ja sehr praktisch, man hat das Essen immer dabei und immer in der richtigen Temperatur. Aber die Zeitfenster zwischen den Mahlzeiten lassen oft nicht den grossen Ausgang zu. Deshalb ist es toll wenn man eine elektrische Milchpumpe zu Hause hat und somit die Milch fürs Kind abpumpen kann. Doch wie funktioniert das am besten?

Stillende Brüste geben nicht jedermann Milch, es kann also gut sein dass beim ersten Pumpen gar keine Milch kommt, aufgrund dessen würde ich etwa 1 Monat vor dem "Ausgang" mal versuchen Milch abzupumpen. Möglichst in einer ruhigen Atmosphäre und ca 1 Stunde nach der letzten Stillmahlzeit. Ich empfehle beide Brüste gleichzeitig während 15min abzupumpen. Auf Vorrat würde ich etwa 2x in der Wochen pumpen. Im Kühlschrank hält die Milch 3 Tage, im Tiefkühler 3 Monate.

Ardo, Medela und Avent haben unkomplizierte Milchpumpen.

Wenn das Stillkind die erste Flasche bekommt, empfehle ich, dass die Mutter nicht anwesend ist, weil das Kind dann die "bewährte Quelle" bevorzugen könnte. Die Bezugsperson soll das Kind Brust nah füttern und es vielleicht in ein T-Shirt der Mutter wickeln, dass alles nach Mama-Wärme riecht. Flaschenmarken welche von Kindern gut akzeptiert werden: Mam, Avent, Medela Calma, Bibi und Nuk.


Mamas geniesst euren Ausgang, die meisten Brüste vertragen 6h Pause. :-)



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